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Gehfrei, Lauflernhilfe-nicht verboten, aber unnütz und gefährlich

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Nein zum Gehfrei

Wie oft wurde ich gefragt, ob ich denn eins brauche-ein gebrauchtes… Nein, brauchte und brauche ich nicht. Auch nicht neu und ungewaschen. Und um Diskussionen zu vermeiden, rechtfertigte ich mich auch nicht. Oft wurde ich belächelt und meine Ansichten nicht verstanden. So ein Gehfrei ist doch so eine nützliche und wunderbare Sache und dem eigenen Kinde wäre schließlich nie was passiert und es fand das Gehfrei so fantastisch.

Merkwürdigerweise habe ich persönlich schon mehrere Frauen kennengelernt, deren Kinder mit dem Gehfrei verunglückt sind. Ein Kind schwebte tagelang mit einem Schädelbruch in Lebensgefahr. Und die verabschiedete EU-Norm für Kleinkinder-Lauflernhilfen vom 13.01.2009 gibt mir Recht.

Was ist ein Gehfrei?

Babys und Kleinkinder, die noch nicht allein laufen, werden gern in diese kleinen rollenden Geräte mit Tischchen gesetzt, in denen sie sich mit Hilfe der herunterhängenden Beine in alle Richtungen fortbewegen können.  Dies geschieht zumeist mit hoher Geschwindigkeit (es können bis zu 10 km/h erreicht werden). Es soll eine Lauflernhilfe sein. Dabei ist es, seien wir ehrlich, eher eine Rollhilfe. Kleine, kaum sitzen könnende Babys, schießen ungebremst und quietschend durchs heimische Wohnzimmer. Die Familie freut sich und lächelt über die witzigen Irrfahrten. Ich nicht.

Was ist am Gehfrei so gefährlich?

Lauflernhilfen wie der Gehfrei können umkippen oder Treppen hinunterstürzen, gern mit Kind darin. Die erreichbaren Geschwindigkeiten sind für so ein kleines Kind nicht zu kontrollieren. Die Gefahr, an Möbel oder Wände zu stossen, ist sehr hoch. Untersuchungen zeigen, dass jährlich tausende Kinder weltweit aufgrund von Unfällen mit Lauflernhilfen in Notaufnahmen behandelt werden.

Was ist noch schlecht am Gehfrei?

Auch wenn der Name es verspricht, diese Lauflernhilfe hilft dem Baby nicht beim Laufenlernen, sondern verhindert dies. Die normale Entwicklung wird durch den häufigen Einsatz der Lauflernhilfe gehemmt. Es drohen sogar Wirbelsäulenschäden oder auch Spitzfußhaltung der Babys. Viele Ärzte warnen vor Lauflernhilfen.

Bringt die EU-Norm was?

Das ist eine gute Frage, weil die EU-Norm für Kleinkinder-Lauflernhilfen noch freiwillig ist und ich bezweifle, dass eine Verbesserung der Kippsicherheit das Abstürzen von Treppen verhindert. Sinn machen die Warnhinweise für Erwachsene, die die Aufsichtspflicht haben und die Umgebung des Kindes absichern müssen und sich über die Folgen des Einsatzes der Lauflernhilfe informieren sollten.

Warum werden diese Geräte nicht wie in Kanada verboten? Mehr Sinn zum Laufenlernen machen z.B. die Lauflernwagen, die geschoben werden müssen. Dabei stehen die Kinder auf ihrem eigenen Gewicht und müssen den ganzen Fuß aufsetzen. Desweiteren wird der Gleichgewichtssinn trainiert. Natürlich müssen Mama und Papa dann mehr aufpassen und können das Kind nicht einfach “abparken”. Die beanstandete Lauflernhilfe verführt leider zum häufigen Einsatz wegen der vermeintlich zufriedenstellenden Beschäftigung fürs Kind.

Und wer denkt, dass Artikel wie diese nicht mehr nötig sind, der irrt. Die Gehfreis werden immer noch munter als Erstausstattungsmuss verkauft (große Babyfirmen preisen sie gern und bunt an) oder sie werden von den Geschwistern weiter vererbt. Ein Gehfrei ist kein Baby Gadget, welches ich hier empfehle. Bitte verzichtet auf diese sogenannten „Gehhilfen“.

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