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Aus dem Tagebuch einer Mami Folge 6

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Wie man die idealen Eltern erkennt

Die idealen Eltern sind neben unbedingtem Fütterungs-, Bespassungs-, Beschmusungs- und Bekleidungswillen der lieben Kleinen die, die mit einem besonderen Namen geehrt werden. Na gut, der Ansatz scheint mir irgendwie falsch zu sein, denn bei genauerer Betrachtung werde nur ich mit einem besonderen Namen geehrt. Ich heiße Papmami. Da ich immer nur an das Gute im Menschen glaube, glaube ich auch fest daran, dass dies eine Auszeichnung ist. Mein Mann kümmert sich tatsächlich die meiste Zeit um die lieben Kleinen (allerdings habe ich dafür die meiste Zeit den Teenie an der Backe – bedauert mich). Logisch, dass eigentlich alle Ansprechpartner für sie Papa sind. Aber ich nicht! Noch in der Ansprache erfährt meine namentliche Erwähnung eine geschlechtsspezifische Wandlung: „Pap… Mami?!“

Ich gestehe, ich war die erste Zeit geschockt, entrüstet, gar enttäuscht von dieser schnellen Degradierung einer Mami zur Papmami. Aus Gnatz hießen meine beiden Mädchen dann immer Peter und Paul, was stets mit Gekicher quittiert wurde. Vor Wut hätte ich am liebsten sofort die Katze aus ihrer Hängematte gekickt. Ohne Ansage – so von unten und mit beiden Händen. Schön durchatmen, allein die Vorstellung hat mich schon wieder beruhigt und ich kicherte mit den Mädels mit. Sie wußten ja nicht, dass ich über die Katze lachte.

So eine Papmami ist bestimmt etwas gutes. So Papi und Mami in einem. Oder wollten sie einfach nur basteln und es war die Aufforderung zum Pappebringen? Hm, ich bin verunsichert. Oder sehe ich aus wie ein Kerl? Also das kann es nicht sein, entwickelt sich doch mein Äußeres kontraproduktiv zum gängigen Schönheitsideal, wie eine Matrjoschka. Zur Sicherheit könnte ich etwas rosanes anziehen. Ich Mutter! Das da (auf den unschuldig dreinblickenden Ehemann zeigend) Vater! Wegen meiner auch dieser jedesmal so hysterisch begrüßte „Papi, Papi, Papi“! Klinge ich etwa schon verbittert?

Na und, Papmami ist eben nicht jeder. Das muss man erst mal hinkriegen, immerhin reden die Kinder noch mit mir. Auch wenn „Papmami?“ manchmal einfach nur verzweifelt klingt, weil der Lieblingserwachsene gerade nicht greifbar ist, dann darf es auch mal die Papmami sein. Ich lächle dann immer diabolisch: „Jahaaaa?“ In Gedanken streue ich bereits Konfetti, sehe mich ganz allein eine riesige Schokotorte verdrücken und renne hüpfend und springend durch unsere Gemeinde. Denn irgendwann, irgendwann bestimmt schon bald und demnächst rutscht es ihnen raus, das logische Wort, die Konsequenz, das Ätschibätschi an meinen Mann: „Mampapi!“

5 Kommentare

  1. Willkomen im Club, auch ich werde öfters als „Pap….Mama“ angesprochen.
    Ist schon komisch, aber sie merken es immerhin noch.
    LG :-)))))))))) Birgit

  2. Ja, das hat man nun von der Emanzipation. Mama und Papa wollte die EU sowieso schon lange abschaffen wegen der geschlechtsspezifischen Unterscheidung. Tissis… Liebe Grüße an alle Papmamis! Kaddi

  3. Tolle Seite, sehr informativ und schoen gemacht.

  4. So kleine Neckereien zeigen doch, dass Sie sich toll mit Ihren Kindern verstehen.
    Toller Text! Ich habe sehr geschmunzelt.

  5. Hallo Susann, ja so ist es, wir legen schon darauf wert, dass die Familie hauptsächlich Spass hat und nehmen uns auch gern auf die Schippe. Vielen Dank für den lieben Kommentar! Kaddi

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